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Was wäre aus Kirchenkreisen wohl für ein Aufschrei gekommen, wenn auch nur ein einziger der hier nachfolgend dokumentierten Sachverhalte nicht – wie geschehen – innerhalb der Kirche, sondern innerhalb von Gemeinschaften außerhalb der Kirche vorgefallen wäre? Dabei sind dies nur vereinzelte Berichte aus einer unübersehbaren Menge. Allein in den USA wurden bis 2007 bereits 4.392 katholische Priester des sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt (siehe http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp). Und dies, obwohl alle Beteiligten vom Kirchenrecht her der Geheimhaltungspflicht unterstehen. Der vertuschende kirchliche Umgang mit Verbrechen und Vergehen in den eigenen Reihen ist dabei die eine Seite. Die andere Seite ist der kirchliche Umgang mit oft nur vermeintlichen Missständen in Gemeinschaften, die von der Kirche kritisiert werden. Dabei bewahrheitet sich das Jesuswort über die Theologen: „Weh Euch, Ihr Schriftgelehrten! Die Mücken siebt ihr aus, die Kamele jedoch verschluckt ihr!“ (Matthäusevangelium 23, 24) Aufgrund der Fülle des Materials kann nur auf einen kleinen Ausschnitt der Verbrechen, Skandale und Tragödien hingewiesen werden. 

Ein winziger kleiner Ausschnitt, die Spitze des Eisbergs … Eine Momentaufnahme zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Als Vergewaltigung werden bestimmte strafbare sexuelle Übergriffe bezeichnet, denen Personen gegen ihren Willen ausgesetzt sind.

Das Substantiv Missbrauch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das zugrundeliegende Verb mit der Bedeutung falsch oder böse gebrauchen findet sich bereits im Althochdeutschen. In den entwickelten Ländern steht im 21. Jahrhundert der Begriff aufgrund vieler aktueller Vorfälle gleichsam synonym für sexueller Missbrauch.

Sexueller Missbrauch bezeichnet unter Strafe gestellte sexuelle Handlungen an Menschen. In der Sozialwissenschaft wird der Begriff oft auf Handlungen ausgedehnt, die nicht strafbar sind, aber moralisch verurteilt werden. Psychologisch wird als Missbrauch verstanden, wenn eine Handlung das Opfer in seiner sexuellen Integrität verletzt und ihm psychischen Schaden zufügt. Die Ebenen juristischer, sittenmoralischer und psychologischer Bewertung müssen dabei nicht zwangsläufig übereinstimmen, sondern können sich im Einzelfall auch widersprechen.

In der sozialwissenschaftlichen Literatur, in Bereichen der Arbeit mit den Opfern, auch bezüglich Therapien sowie in psychologischen Zusammenhängen wird auch die Bezeichnung sexuelle Gewalt oder konkreter sexualisierte Gewalt benutzt. Der Begriff sexualisiert soll meinen, dass Gewaltaspekte nicht ihren Ursprung in der Sexualität haben, jedoch hier mittels sexueller Handlungen zum Ausdruck gebracht werden.
 
Sexueller Missbrauch wird in Deutschland als schwerwiegendes Verbrechen angesehen, das gilt insbesondere für den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, § 176a StGB.